Die Ukraine 1917 bis 1922

Die Ukraine als Schauplatz des Russischen Bürgerkrieges stand im Mittelpunkt dieses im Juli 2009 gestarteten FWF-Projektes. Forscher aus der Ukraine, Russland, Deutschland, Großbritannien, Polen und Österreich beleuchteten unter Leitung von Stefan Karner und der Mitarbeit von Wolfram Dornik im Zeitraum von zwei Jahren die Geschichte der Ukraine zwischen 1917 und 1922 in einem internationalen Kontext.

Dabei wurde nicht nur die Metaebene der Geschichte (Politik, Diplomatie, Wirtschaft) untersucht, sondern auch der Alltag der Menschen und die Wahrnehmung der Besatzer (österreichisch-ungarische und deutsche Truppen 1918, „Weiße“, polnische Truppen etc.), der Bolschewiki, der Regierungen/Regime und der Nationalbewegung durch die ukrainische Bevölkerung. Die beteiligten Wissenschaftler verknüpften erstmals Dokumente aus Moskau, Kiew, Berlin, Wien, London, Paris und Washington mit den neuesten ukrainischen und internationalen Forschungsergebnissen.

Die Abschlusskonferenz des Projektes fand von 15. bis 17. Juni 2011 in Graz statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch die Abschlusspublikation „Die Ukraine zwischen Selbstbestimmung und Fremdherrschaft 1917–1922“ präsentiert. Der Band enthält eine detaillierte politische, diplomatische, wirtschaftliche und militärische Geschichte der ukrainischen Staatsbildungsversuche zwischen 1917 und 1922, sowie im Speziellen der Besatzung der Ukraine durch österreichisch-ungarische und deutsche Truppen im Jahr 1918. 2015 erschien die ukrainische Übersetzung des Bandes.