Das österreichische bzw. deutschsprachige Exil in Kanada

Flucht und Vertreibung von Österreich nach Kanada nach dem „Anschluss“ 1938 wurden bislang nur fragmentarisch untersucht; eine systematische und umfassende Erforschung des erzwungenen Exils in Kanada ist noch ausständig. In diesem Kontext wird darauf verwiesen, dass das Desiderat einer systematischen Untersuchung auf das gesamte deutschsprachige Exil in Kanada zutrifft. Grund dafür ist unter anderem, dass Kanada im Gegensatz zu anderen Ländern nur sehr wenige jüdische NS-Flüchtlinge aufnahm, weshalb das Land auch nicht im Fokus der Exilforschung stand. Die Untersuchung zielt darauf ab, die unterschiedlichen Wege nach Kanada zu eruieren, die Flüchtlinge aus Österreich bis 1945 nach Kanada führten und zu beleuchten, unter welchen Bedingungen sie überhaupt Aufnahme fanden bzw. wie ihr Weiterleben in Kanada und ihre Integration in die Aufnahmegesellschaft verlief. Damit wird eine Grundlage geschaffen, um die Geschichte des österreichischen Exils systematisch zu erfassen und darzustellen.