Der Zerfall der Sowjetunion 1991

Das vorliegende Forschungsprojekt befasst sich mit den Entwicklungen und Mechanismen, die 1991 zum Zerfalls der UdSSR und zur Neugestaltung der politischen Landkarte in Osteuropa geführt haben. Das Projekt wird von einem internationalen Forschungsnetzwerk durchgeführt und wertet bislang nicht zugängliche Aktenmaterialien aus Russland und weiteren osteuropäischen Archiven aus.

Vor einem Vierteljahrhundert trat das ein, womit nicht einmal die erfahrensten Beobachter gerechnet hätten: zunächst löste sich der Ostblock auf, schließlich die Sowjetunion selbst. Die baltischen Staaten, Weißrussland, die Ukraine, die kaukasischen und zentralasiatischen Sowjetrepubliken erlangten ihre Unabhängigkeit.

Die Historiographie hat sich bislang nur in Ansätzen dem Zerfallsprozess annähern können. Was der Sowjetunion letzten Endes den entscheidenden Todesstoß versetzt? Aufgrund der in den letzen Jahren geöffneten und im geplanten Projekt zu erwartenden neuen Akten des ZK der KPdSU, des Politbüros und des Obersten Sowjets wird dieser Zerfallsprozess mit seinen ungeheuren Auswirkungen auf Europa und die Welt dargestellt werden können. Der Putsch im August 1991, als die „alten Mächte“ noch einmal versuchten, das Steuer herumzureißen, über die Fragen einer Konföderation der 15 Unionsrepubliken, die Umgestaltung des Finanzsystems, die Nationalitätenfragen (Tschetschenien, Südkaukasus, Abchasien, Georgien, Berg-Karabach, Moldau-Transnistrien, die Schwarzmeer-Region, das Baltikum und die Ukraine, als das größte europäische Land).

Der Zerfall der Sowjetunion 1991, die damit zusammenhängen außen-, militär- und sicherheitspolitischen Fragen, die ökologischen und wirtschaftlichen Probleme gehören ebenfalls zentral in diesen Forschungskomplex. Ebenso wie die Chancen, die sich durch die Öffnung der Länder und Märkte für den „Westen“, darunter auch für Österreich, auftaten.

Das Vorhabens-Projekt 2015-2017 schließt nahtlos an das am BIK durchgeführte Forschungsprojekt über das Revolutionsjahr 1989 an. Es wird ein breit angelegtes Forschungsnetzwerk (unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus der baltischen Republiken, der Ukraine, Weißrussland, Moldawien/Rumänien und der südkaukasischen Staaten) diesen Fragestellungen nachgehen.