Projekt „Children Born of War – Past Present Future

Das Institut nimmt seit Herbst 2015 im EU-geförderten Horizon 2020 Marie Skłodowska-Curie Actions Innovative Training Network „Children Born of War – Past Present Future”, kurz CHIBOW, teil. Das Netzwerk ermöglicht einer jungen Forschergeneration, die Erfahrungen von „Kindern des Krieges“ in verschiedenen Konflikt- und Postkonfliktsituationen des 20. Jahrhunderts zu erforschen.

Innerhalb der Projektlaufzeit von vier Jahren (2015–2019) entwickeln die 15 Dissertanten – über die jeweiligen Fachgrenzen hinweg – gemeinsam neue Perspektiven auf dieses Thema. Das Netzwerk konzentriert sich dabei auf folgende vier Aspekte: Die Erfahrungen von „Kindern des Krieges“ im historischen Kontext am Beispiel von vier Konflikten des 20. Jahrhunderts; Konflikt und Erinnerung; Bildung und Nationalität; Kinder und Gemeinschaft.

Das interdisziplinäre Netzwerk untersucht die Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten des 20. Jahrhunderts auf das Leben von Kindern, die aus sexuellen Kontakten zwischen einheimischer Bevölkerung und (feindlichen) Soldaten hervorgingen. Es erforscht, ob und wie sich Militärbehörden und Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen an der Integration dieser Kinder – und deren Mütter – in den jeweiligen Gesellschaften beteiligten. Gleichzeitig werden Faktoren aufgezeigt, welche die psychosoziale Entwicklung der Kinder, die Erinnerung an den Krieg im Allgemeinen, aber auch gesellschaftliche Normen und Vorstellungen beeinflussten.

Bis 2019 werden die 15 Dissertationsvorhaben zum Thema „Kinder des Krieges“ an unterschiedlichen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Europa gefördert. Am BIK forscht Lukas Schretter insgesamt drei Jahre lang zu britischen Besatzungskindern in Österreich und Deutschland sowie den Kindern von „war brides“ in Großbritannien. Im Rahmen seiner Dissertation untersucht er auf Basis archivalischer Quellen und lebensgeschichtlicher Interviews die Lebens- und Sozialisationsbedingungen dieser Kinder.

Die Koordination des CHIBOW-Netzwerkes liegt bei Sabine Lee, Universität Birmingham (Großbritannien). Barbara Stelzl-Marx ist „Director of Research“, Heide Glaesmer von der Universität Leipzig „Director of Training“.

Neben dem Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung sind die Universität Birmingham (Großbritannien), Universität Leipzig (Deutschland), die Universität Augsburg (Deutschland), die Universität Rouen (Frankreich), die Universität Lettland, die Schlesische Universität Katowice (Polen), die Universität Klaipėda (Litauen), die Universität Greifswald (Deutschland), die Universität Ústí nad Labem (Tschechien), das Psychotraumcentrum Zuid Nederland (Niederlande) und die Universität Utrecht (Niederlande) Teil des Netzwerks. Weitere Projektpartner sind GESIS – Leibnitz-Institut für Sozialwissenschaften (Deutschland), die Harvard Humanitarian Initiative (USA), das Centre for Children in Vulnerable Situations (Belgien), das Deutsche Historische Institut Paris (Frankreich), der Ironbridge Gorge Museum Trust (Großbritannien), die Universität Tel Aviv (Israel), die All Saints University (Uganda), das ICON-Institut (Deutschland), Interperform (Deutschland), Facilitation for Peace and Development (Uganda), BBC (Großbritannien) und die Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Fakultät (Russland).

Erstes Treffen des CHIBOW-Netzwerkes im November 2015

Das erste Treffen des CHIBOW-Netzwerks fand von 3. bis 6. November 2015 an der Universität Birmingham statt. Das BIK war durch Barbara Stelzl-Marx und Lukas Schretter vertreten. Im Rahmen des Treffens wurden unter anderem der Ablauf des dreijährigen Forschungsprojekts, die ethischen Rahmenbedingungen und geplante Fortbildungen diskutiert.

Von 1. bis 4. Februar 2016 finden an der Universität Graz zwei Advanced Training Courses statt, die sich insbesondere mit Oral-History-Methoden auseinandersetzen werden.

Weitere Informationen:

Homepage des Projektes

Eintrag zum Projekt auf der Homepage der Europäischen Kommission´

Projektpartner (für Webauftritt der Organisaton bitte auf das Logo klicken):
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