Children Born of War – Past Present Future

Das BIK ist Teil des EU-geförderten Horizon 2020 Marie Skłodowska-Curie Actions Innovative Training Network „Children Born of War – Past Present Future”, kurz CHIBOW. Das Netzwerk ermöglicht einer jungen Forschergeneration, die Erfahrungen von „Kindern des Krieges“ in verschiedenen Konflikt- und Postkonfliktsituationen des 20. Jahrhunderts zu erforschen.

Das interdisziplinäre Netzwerk untersucht die Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten des 20. Jahrhunderts auf das Leben von Kindern, die aus sexuellen Kontakten zwischen einheimischer Bevölkerung und (feindlichen) Soldaten hervorgingen. Es erforscht, ob und wie sich Militärbehörden und Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen an der Integration dieser Kinder – und deren Mütter – in den jeweiligen Gesellschaften beteiligten. Gleichzeitig werden Faktoren aufgezeigt, welche die psychosoziale Entwicklung der Kinder, die Erinnerung an den Krieg im Allgemeinen, aber auch gesellschaftliche Normen und Vorstellungen beeinflussten.

Innerhalb der Projektlaufzeit von vier Jahren (2015–2019) entwickeln 15 Dissertanten – über die jeweiligen Fachgrenzen hinweg – gemeinsam neue Perspektiven auf dieses Thema. Das Netzwerk konzentriert sich dabei auf folgende vier Aspekte: Die Erfahrungen von „Kindern des Krieges“ im historischen Kontext am Beispiel von vier Konflikten des 20. Jahrhunderts; Konflikt und Erinnerung; Bildung und Nationalität; Kinder und Gemeinschaft

Am BIK forscht Lukas Schretter insgesamt drei Jahre lang zu britischen Besatzungskindern in Österreich und Deutschland sowie den Kindern von „war brides“ in Großbritannien. Im Rahmen seiner Dissertation untersucht er auf Basis archivalischer Quellen und lebensgeschichtlicher Interviews die Lebens- und Sozialisationsbedingungen dieser Kinder.

Die Koordination des CHIBOW-Netzwerkes liegt bei Sabine Lee, Universität Birmingham (Großbritannien). Barbara Stelzl-Marx ist „Director of Research“, Heide Glaesmer und Marie Kaiser von der Universität Leipzig sind „Director of Training“ und „Ethics Lead“.

Neben dem Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung sind folgende Institutionen Mitglieder des Netzwerkes:

  • Universität Birmingham (Großbritannien)
  • Universität Leipzig (Deutschland)
  • Universität Augsburg (Deutschland)
  • Universität Rouen (Frankreich)
  • Universität Lettland
  • Schlesische Universität Katowice (Polen)
  • Universität Klaipėda (Litauen)
  • Universität Greifswald (Deutschland)
  • Universität Ústí nad Labem (Tschechien)
  • Universität Utrecht (Niederlande)
  • Psychotraumcentrum Zuid Nederland (Niederlande)

Weitere Projektpartner sind:

  • GESIS–Leibnitz-Institut für Sozialwissenschaften (Deutschland)
  • Harvard Humanitarian Initiative (USA)
  • Centre for Children in Vulnerable Situations (Belgien)
  • Deutsches Historisches Institut Paris (Frankreich)
  • Ironbridge Gorge Museum Trust (Großbritannien)
  • Universität Tel Aviv (Israel)
  • All Saints University (Uganda)
  • ICON-Institut (Deutschland)
  • Interperform (Deutschland)
  • Facilitation for Peace and Development (Uganda)
  • BBC (Großbritannien)
  • Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität Moskau (Russland)

Von 1. bis 4. Februar 2016 fanden an der Universität Graz zwei Advanced Training Courses des CHIBOW-Netzwerks statt. In dem vom Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung organisierten Kurs setzten sich die Dissertanten insbesondere mit Oral-History-Methoden auseinander. Weitere Advanced Training Courses und Netzwerktreffen fanden im Psychotraumacentrum Zuid Nederland, dem Deutschen Historischen Institut in Warschau und an der Universität Birmingham statt.

Eine internationale Konferenz des CHIBOW-Netzwerkes mit Präsentation der Forschungsergebnisse der 15 Dissertanten und ein Network Open Day sind für 25. bis 29. Juni 2018 an der Universität Leipzig geplant.

Weitere Informationen sind der Homepage des Projektes zu entnehmen.

Das erste Treffen des CHIBOW-Netzwerks fand von 3. bis 6. November 2015 an der Universität Birmingham statt. Das BIK war durch Barbara Stelzl-Marx und Lukas Schretter vertreten. Im Rahmen des Treffens wurden unter anderem der Ablauf des dreijährigen Forschungsprojekts, die ethischen Rahmenbedingungen und geplante Fortbildungen diskutiert.

 

Weitere Informationen:

Homepage des Projektes

Karte mit den Partnerinstitutionen (Google Maps)

Artikel im „Future“-Magazin der Wiener Zeitung (PDF)

Artikel auf „Ö1 online“ zu „Moment Leben heute“ – Ausgabe vom 28. September 2017

Workshop zu Analyseverfahren in der Oral History am Deutschen Historischen Institut in Warschau

Themenabend zu „Besatzungskindern“ im Schloss Trautenfels, Steiermark

Secondment bei Facilitation for Peace and Development (FAPAD), Uganda

Secondment in Lira, Uganda

Seminar zu „Children Born of War“ an der Uganda Christian University, Kampala Campus

Präsentation zu britischen „Besatzungskindern“ an der Uraler Föderalen Universität in Jekaterinburg

Secondment bei den BBC Studios, London