Schloss Lannach 1938 – 1949

Stefan Karner – Heide Gsell – Philipp Lesiak (Hg.)

Schloss Lannach 1938-1949

Graz 2008

ISBN 978-3-7011-0109-2

214 S., € 29,90

Erhältlich bei Leykam.

Die vorliegende Studie präsentiert die umfassende Aufarbeitung der Geschichte des Schlosses Lannach während der NS-Zeit. Die kurzzeitige Funktion des Schlosses als KZ-Subkommando stellt hierbei eine besonders bemerkenswerte Episode dar – allerdings bei weitem nicht die einzige. Etwa die Präsenz eines wichtigen SS-Forschungsinstitutes zwischen 1943 und 1945 verknüpfte das Schloss weit über seine regionale Bedeutung hinaus mit dem nationalsozialistischen „Generalplan Ost“.

Bereits der breite Ansatz, mit dem seitens der Geschichtsforschung an die Aufarbeitung der NS-Zeit in Österreich herangegangen wird, belegt die Vielschichtigkeit, die einer umfangreichen Aufarbeitung der Geschichte des Schlosses Lannach zugrunde liegen muss. KZ-System, Zwangsarbeit, Wirtschaft, SS-Apparat, Wissenschaft im Nationalsozialismus, Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus und die Entnazifizierung in der Zweiten Republik stellen schlaglichtartig die unmittelbaren Hintergrundthemenfelder der Geschichte von Schloss Lannach in der NS-Zeit dar.

Neben der biographischen Darstellung aller in Lannach internierten weiblichen KZ-Häftlinge bezieht die Betrachtung auch die für den Ort Lannach herausragende Rolle des Schlossbesitzers Franz Kandler in die Analyse mit ein. Durch die chronologische Ausweitung der Recherchen bis zum Jahr 1949 wird zudem die Anfangszeit der 1947 im Schloss gegründeten Lannacher Heilmittel GmbH zum Thema der historischen Untersuchung gemacht.,