Vom Besatzungskind zur Fußballlegende

Helmut Köglberger kam am 12. Jänner 1946 in Steyr als Sohn eines schwarzen Besatzungssoldaten und einer Österreicherin zur Welt. Seinen Vater lernte er nie kennen, suchte aber sein Leben lang mehr oder weniger intensiv nach ihm. Für das Buch „Besatzungskinder. Die Nachkommen alliierter Soldaten in Österreich und Deutschland“ verfasste sein Sohn Stefan einen fiktiven Text über „Großvater, namenlos. Die Weise von Liebe und Tod des unbekannten schwarzen Mannes“.

Köglberger, der bei seiner Großmutter in Sierning bei Steyr aufgewachsen und schon früh als Ausnahmefussballtalent entdeckt worden war, stellte für den Band auch das Coverbild zur Verfügung: es zeigt ihn etwa 1949 mit einer Kindheitsfreundin in Oberösterreich. In einem Interview mit Barbara Stelzl-Marx betonte er, trotz aller Startschwierigkeiten stets ein Glückskind gewesen zu sein. Das Wichtigste war für ihn seine eigene
Familie – seine Frau Christina, mit der er 50 Jahre verheiratet war, und seine drei Söhne. Und ursprünglich natürlich seine Großmutter, ohne deren Unterstützung er in einem Heim hätte aufwachsen müssen. Es ist nicht nur ein grandioser Fußballer und Österreichs wohl berühmtestes Besatzungskind von uns gegangen, sondern vor allem ein Mensch, dessen Humor und Herzenswärme beeindruckend waren.

Nähere Informationen zur Biografie Köglbergers und dem Buch „Besatzungskinder“ sind dem Eintrag auf unserer Website und dem Werbeblatt des Böhlau-Verlages (PDF) zu entnehmen.