„Die erhoffte Freiheit gab es noch nicht“ – ORF-Bericht über die sowjetische Besatzung

Die aufsehenerregende Entführung und Verschleppung der einflussreichen österreichischen Beamtin und angeblichen „Spionin“ Margarethe Ottillinger durch die Sowjets im November 1948 markiert einen tragischen Höhepunkt der Besatzungszeit zwischen 1945 und 1955 an der Enns in Niederösterreich. Neben solch spektakulären Fällen hat es eine Vielzahl von Begegnungen zwischen der örtlichen Bevölkerung und den russischen Soldaten gegeben. Institutsleiterin Univ. Prof. Barbara Stelzl-Marx weist einerseits darauf hin, dass es „die erhoffte Freiheit […] noch nicht“ gab und die ausländischen Soldaten „vielfach und zurecht als individuelle Bedrohung“ empfunden wurden. Andererseits, so die Zeithistorikerin an der Universität Graz, reichte die Bandbreite der Interaktionen von drastischen Erlebnissen wie „Vergewaltigungen und Plünderungen bis hin zu ganz romantischen Liebesbeziehungen und zum Klischee des deutschsprechenden, kulturinteressierten und kinderlieben Offiziers.“

 

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noe.orf.at