Frauen im Krieg – Statements von Barbara Stelzl-Marx

„Wir hätten nie gedacht, dass wir einmal diese Geräte bedienen müssen“ – so zitierte Daniela Kittner im Kurier am internationalen Frauentag aus den Social-Media-Postings von ukrainischen Frauen, die nun in den Krieg gegen Russland hineingezogen worden sind.

Von BIK-Leiterin und Zeithistorikerin Prof. Barbara Stelzl-Marx wollte die Journalistin erfahren, welches Rollenbild Frauen etwa in den Weltkriegen zugeschrieben wurde.  „Wenn die Männer in den Krieg ziehen,“ so Stelzl-Marx, wenn sie „kämpfen, fallen oder gefangen sind, dann müssen die Frauen an der Heimatfront, wie es hieß, die Aufgaben der Männer übernehmen. Sie müssen in Fabriken arbeiten oder den eigenen Betrieb weiterführen, sie müssen sich um die Wirtschaft und um die Landwirtschaft kümmern. Sie müssen schauen, dass es läuft, während die Männer fort sind.“ Gedankt wurde es den Frauen lange Zeit kaum, fügt die Professorin für europäische Zeitgeschichte an der Uni Graz hinzu: „Als die Männer nach 1945 zurückkehrten, wurden bald wieder die alten Rollenbilder gelebt“, sagt Stelzl-Marx. Frauen im Krieg, so resümiert Kittner mit Blick auf historische und zeitgenössische Kriegsfolgen nachdenklich, „müssen Männer in der Wirtschaft ersetzen, sind Kriegsbeute und Gewaltopfer oder flüchten, um ihre Kinder zu retten.“

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Kurier (nicht kostenfrei)