Kommunismus in Österreich – BIK-Seminarreihe

Der jüngste Wahlsieg der KPÖ in Graz rückte die Geschichte des Kommunismus in Österreich ins Zentrum der Aufmerksamkeit, eine Geschichte, die von Höhen und Tiefen gekennzeichnet ist. Im Rahmen eines dreiteiligen Seminars der Urania, das in Kooperation mit dem Institut für Geschichte der Universität Graz und dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung veranstaltet wird, widmen sich Zeithistoriker der Entstehung und Entwicklung Österreichs Kommunistischer Partei, betten diese in den internationalen Kontext ein. Am MI, 2. Februar, um 17:15 werden Univ.-Prof. Dr. Barbara Stelzl-Marx und Mag. Philipp Lesiak unter dem Titel Kommunismus in Österreich: Von den Anfängen bis zur Besatzungszeit einleitend die Phase von der Gründung der KPÖ 1918 über ihr Verbot und Wirken im Widerstand bis hin zu ihrer Rolle während der Besatzungszeit von 1945 bis 1955 beleuchten.

Weitere Termine

MI, 9. Februar 2022, 17:15
Doz. Dr. Peter Ruggenthaler
Österreich und die Krisen im Kommunismus im Kalten Krieg
Österreich grenzte im Kalten Krieg auf über tausend Kilometern an kommunistische Diktaturen. Die 453 Kilometer lange Grenze zur Tschechoslowakei war durch den „Eisernen Vorhang“ ebenso hermetisch abgeriegelt wie die 366 Kilometer lange Grenze zu Ungarn. Von Ungarn 1956 bis Polen 1980/81 hielten gefährliche Krisen die Welt im Kalten Krieg in Atem. Die USA und die Sowjetunion respektierten, wenn auch widerwillig, die Interessensabsteckung (Einflusszonen), auf die man sich in Gipfeltreffen wie Jalta im Zweiten Weltkrieg verständigt hatte. Der Westen respektierte 1956, dass sich Ungarn im sowjetischen Einflussbereich befand. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 wiederum machte die Sowjetunion die westlichen Positionen in Berlin nicht mehr streitig. Die KPÖ blieb dabei stets Moskautreu. Viele Genossen traten allerdings wegen des immer wieder praktizierten sowjetischen „Panzerkommunismus“ aus der Partei aus, wie etwa nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ 1968.

MI, 16. Februar, 17:15
Mag. Dieter Bacher, Mag. Harald Knoll
Ziel, Opfer oder Beteiligte? Einflussnahmen der Besatzungsmächte und Nachrichtendienste auf die KPÖ im frühen Kalten Krieg
Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erreichten die ersten Auswirkungen des sich verschärfenden Ost-West-Konfliktes, des Kalten Krieges, das besetzte Österreich. Auch hier lief es auf einen Konflikt zwischen den westlichen Besatzungsmächten Großbritannien, Frankreich und den USA einerseits und der Sowjetunion andererseits hinaus. Die Rolle der KPÖ in dieser Situation wurde unterschiedlich bewertet. Die Westmächte und deren Nachrichtendienste sahen sie wiederholt als politischen Arm und „Helfershelfer“ der Sowjetunion und hatten sie entsprechend unter Beobachtung. Die sowjetische Besatzungsmacht dementierte diese Einflussnahme wiederholt, Teile der Partei etwa beklagten sich über ihre mangelnde Unterstützung. Sowjetische Nachrichtendienste griffen, so weit heute bekannt, nur gelegentlich auf vereinzelte Mitglieder und Sympathisanten der Partei zurück. Die Erkenntnisse aus der Forschung zeichnen ein entsprechend differenziertes Bild der Rolle der KPÖ – zwischen Ziel, Opfer und Beteiligter.

Infos & Anmeldung

Beginn: Mittwoch, 2. Februar
Zeit: jeweils MI, 17.15-18.45 Uhr
Dauer: 3 Abende
Ort: URANIA, Burggasse 4/I, Graz
Kosten: € 30,-    Einzelkarten: 3 x € 12,-
Leitung:  Prof. Dr. Barbara Stelzl-Marx, Zeithistorikerin und Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung

Zur Anmeldung
Kontakt allgemein: urania@urania.at / 0316 – 82 56 88-0