Konferenz-Einblick: Erinnern – erzählen – weitergeben

Kornel Trojan, Studienassistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, nahm vor Kurzem am 19. Ost-West-Europäischen Gedenkstättentreffen Kreisau Erinnern – erzählen – weitergeben. Zeitzeugen in der Gedenkstättenarbeit im polnischen Krzyżowa/Kreisau teil, in der über das „Ende und die Zukunft der Zeitzeugenschaft“ debattiert sowie viele Oral History-Projekte vorgestellt wurden. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts wird seit Jahrzehnten nicht mehr allein über politische Entscheidungen, einschneidende Kriegsentwicklungen oder „große historische Persönlichkeiten“ erzählt. Vielmehr bewahren authentische Berichte von Überlebenden des Zweiten Weltkriegs, des Holocaust oder von Opfern totalitärer Systeme  individuelles Erleben, transportieren Alltagserinnerungen und Emotionen. Sie ermöglichen die Einbettung der individuellen Mikrogeschichte in einen makrohistorischen Kontext. Besonders mit dem Blick darauf, dass die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs nur noch eine begrenzte Zeit lang erzählen können, wurde die Rolle der Zeitzeugenschaft analysiert, problematisiert und diskutiert.

 Im Rahmen seiner kurzen Präsentation zur „Rolle der Zeitzeugenschaft im Projekt: Das Massaker von Rechnitz“ arbeitete Trojan heraus, dass im Nichts-sagen oft mehr als im Sagen steckt. Daran anknüpfend wurde über die Geltungsmacht der Zeitzeugenschaft abseits einer „Opfer-Perspektive“ sowie über die Frage diskutiert, wie man Zeitzeugenschaft konservieren könne, ohne dass sie zur „Konserve“ wird.

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BIK-Projektbeschreibung Rechnitz