Lebensborn-Heim Wienerwald 1938 – 1945

Die nationalsozialistische Rassenpolitik beschränkte sich nicht nur auf die Vernichtung „unwerten“ Lebens, sondern umfasste auch die Förderung „erbgesunden“ Nachwuchses. Eine zentrale Rolle spielte dabei der im Jahr 1935 von Reichsführer SS Heinrich Himmler gegründete Lebensborn e.V.. Mit dem Ziel, auf Grundlage der nationalsozialistischen Rassenhygiene und Gesundheitsideologie die Geburtenziffer „arischer“ Kinder zu erhöhen, unterhielt der Verein zwischen 1936 und 1945 neun Entbindungsanstalten im Gebiet des heutigen Deutschland und weitere fünfzehn in Österreich, Luxemburg, Belgien, Frankreich und Norwegen. Schätzungen zufolge kamen in den Entbindungsanstalten tausende Kinder zur Welt. Zudem war der Lebensborn e.V. ab 1943 in die „Eindeutschungsaktion“ hunderter Kinder, insbesondere aus dem besetzten Polen, eingebunden. Die „Lebensborn“-Kinder waren nach 1945 mit den Folgen ihrer Herkunft konfrontiert: Im Erwachsenenalter bemühten sich viele, mehr über die Umstände ihrer Zeugung, Geburt und ihrer ersten Lebensjahre zu erfahren.

Der Lebensborn e.V. sowie einzelne Entbindungsanstalten und Kinderheime in Deutschland wurden wissenschaftlich und umfassend aufgearbeitet. Ebenso liegen für die „Eindeutschung“ von großteils polnischen Kindern eingehende Forschungsergebnisse vor. Die Geschichte der größten „Lebensborn“-Entbindungsanstalt – das 75 Kilometer südlich von Wien gelegene „Heim Wienerwald“ in Feichtenbach – ist hingegen nahezu unbearbeitet. Das vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank und dem Land Niederösterreich geförderte Projekt widmet sich diesem Desiderat auf Grundlage bislang wenig berücksichtigter Quellen. Leiterin des Projektes in Barbara Stelzl-Marx, Projektkoordinator ist Lukas Schretter. Als Ergebnis des Projektes wird die erste umfassende wissenschaftliche Publikation zum Thema vorgelegt und diese Forschungslücke geschlossen werden.

Im Rahmen des Forschungsprojektes werden Männer und Frauen gesucht, die zwischen 1938 und 1945 im „Lebensborn“-Heim „Wienerwald“ geboren wurden und ihre Lebensgeschichte erzählen wollen. Des Weiteren suchen wir ZeitzeugInnen und Zeitzeugen, die über die Geschichte des „Heimes Wienerwald“ zwischen 1938 und 1945 Auskunft geben können. Bitte kontaktieren Sie uns telefonisch über +43 (0) 316 / 380-8272 oder elektronisch per Email an lukas.schretter@bik.ac.at. Eine Kontaktaufnahme ist auch über ein Kontaktaufnahme-Formular auf unserer Website möglich.

Zum Foto: Heinz Hübner wurde im Jahr 1939 im „Heim Wienerwald“ geboren. Die Mutter war 16 Jahre alt, als sie schwanger wurde und die Möglichkeit erhielt, im „Lebensborn“-Entbindungsheim ihren Sohn zur Welt zu bringen. Die Eltern von Heinz Hübner heirateten wenige Wochen nach seiner Geburt. Foto: Heinz Hübner, Wien (Ausschnitt).

Weitere Informationen:

Fernsehbeitrag mit dem Titel „Die ‚Auserwählten‘ – das Schicksal der Lebensborn-Kinder“, ORF-Nachrichtenmagazin „Thema“, 26. April 2021 (nicht mehr online verfügbar)

Bericht in der Wiener Zeitung vom 31. Jänner 2021 (Online und Print)

Bericht zu den Forschungen von Lukas Schretter in der Rubrik „Junge Forschung“ in der Tageszeitung „Die Presse“ vom 23. Jänner 2021

Bericht zu den Forschungen von Lukas Schretter in der Rubrik „Geistesblitz“ in der Tageszeitung „Der Standard“ vom 30.12.2020

Fernsehbeitrag von N1 TV vom 1. Dezember 2020

Interview mit Lukas Schretter zu „Lebensborn“ und „Kindern des Krieges“, Friedensbüro Graz, vom 20. November 2020

Bericht in den Niederösterreichischen Nachrichten vom 4. November 2020 (Online und Print)

Bericht in der „Presse“ vom 31. Oktober 2020 (Print)

Bericht im Kurier Niederösterreich vom 30. Oktober 2020 (Print, S. 13, nicht online publiziert)

Zeitzeug*innen-Aufruf auf der Homepage des Netzwerks „Born of War“ vom 29. Oktober 2020 (nicht mehr online verfügbar)

Bericht in Pflege Professionell vom 30. Oktober 2020

Zeitzeug*innen-Aufruf auf der Homepage der Ludwig Boltzmann Gesellschaft vom 28. Oktober 2020

Bericht in der Kleinen Zeitung vom 30.10.2020 (Online und Print)

Bericht im Kurier vom 29. Oktober 2020 (Online und Print)

Bericht in den Salzburger Nachrichten vom 29. Oktober 2020 (Print) (nicht mehr online verfügbar)

Bericht von vienna.at vom 28. Oktober 2020

Bericht der Niederösterreichischen Nachrichten vom 28. Oktober 2020

Bericht auf derstandard.at vom 28. Oktober 2020

APA OTS-Aussendung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (online) vom 28. Oktober 2020

Bericht der Wiener Zeitung vom 28. Oktober 2020 (Online und Print)

Bericht auf orf.at Steiermark vom 28. Oktober 2020

Zeitzeug*innen-Aufruf der Gemeinde Pernitz vom 28. Oktober 2020 (nicht mehr online verfügbar)

Bericht auf orf.at Niederösterreich vom 28. Oktober 2020

Bericht auf orf.at Volksgruppen vom 28. Oktober 2020

Bericht auf news.orf.at vom 28. Oktober 2020

Bericht von oe24.at vom 28. Oktober 2020 (nicht mehr online verfügbar)

Bericht von Niederösterreich Kompakt vom 28. Oktober 2020 (TV und TV-Thek Online – nicht mehr online verfügbar)

Bericht von vol.at vom 28. Oktober 2020

IDW-Pressemitteilung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft vom 28. Oktober 2020  (in englischer Sprache)

IDW-Pressemitteilung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft vom 28. Oktober 2020 (in deutscher Sprache)

Bericht auf juraforum.de vom 28. Oktober 2020

Bericht auf regionnews.at vom 28. Oktober 2020

Bericht auf studium.at vom 28. Oktober 2020

Bericht von diepresse.com vom 28. Oktober 2020

Bericht auf brandaktuell.at vom 28. Oktober 2020

Bericht auf top-news.at vom 28. Oktober 2020

Bericht des Forschungsnetzwerks „Children Born of War“ vom 14. Juli 2020 (in englischer Sprache)

Bericht der „Jewish News“ vom 13. Mai 2020 (in englischer Sprache)

Bericht der Tageszeitung „Die Presse“ vom 9. Mai 2020 (Online und Print)