„Neutralität als Faustpfand“ – Peter Ruggenthaler in der Kleinen Zeitung

„Nicht gewieftes Verhandlungsgeschick oder die österreichische Mentalität […] brachten den Erfolg“ – das sagt der stellvertretende Leiter des BIK, Doz. Peter Ruggenthaler, gegenüber der Kleinen Zeitung (FR, 11. März, Printausgabe) über die Rolle der österreichischen Politikspitze bei Ergebnis und Niederschrift des sogenannten Moskauer Memorandums, dem kurz darauf der österreichische Staatsvertrag (1955) folgen sollte. Vielmehr seien andere Faktoren, wie etwa das Tauwetter zwischen der UdSSR und dem Westen, wirtschaftliche Motive und ein „unfreiwillig freiwillig“ erfolgtes Einschwenken der österreichischen Führung auf die „immerwährende Neutralität“ – mit Blick auf die sowjetische Position betitelt der Autor des Artikels, Christian Weniger, diese als eine Art strategisches „Faustpfand“ – ausschlaggebend für das Wiedererlangen der vollständigen Souveränität Österreichs gewesen.