NS-Zwangsarbeit in Graz und St. Pölten

Zivile Zwangsarbeiter bildeten ein entscheidendes Rückgrat der NS-Kriegswirtschaft. Allein auf dem Gebiet des heutigen Österreich waren während des Zweiten Weltkriegs 580.000 „Fremdarbeiter“ aus beinahe allen Gebieten Europas im Zwangsarbeitseinsatz. Über den Einsatz ziviler „Zwangsarbeiter“ führten die Meldebehörden penibel Buch.

Das BIK erstellt eine Datenbank der Meldekarteien, die im Stadtarchiv Graz archiviert sind. Organisation und Abwicklung der NS-Zwangsarbeit auf lokaler Ebene können so rekonstruiert werden, genau so wie Einblicke in den Lageralltag und in Wohn- und Unterbringungsverhältnisse gewonnen werden können. Um die Ergebnisse in Bezug auf ihre Besonderheiten einzuordnen, bietet sich ein Vergleich mit einem entsprechenden Zwangsarbeiterlager (Glanzstoffwerke in St. Pölten), zu dem eine derartige Datenbank bereits existiert, an zu den dort untergebrachten/inhaftierten Österreichern am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung (BIK) sind methodisch der Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Aufarbeitung der österreichischen Kriegsgefangenen auf dem Gebiet des heutigen Moldawien.