Zur Programmlinie „Kalter Krieg“

Als Folge des Zweiten Weltkrieges standen sich in der „bipolaren Welt“ jahrzehntelang die Westmächte und der sogenannte Ostblock gegenüber, die mit politischen, wirtschaftlichen, technischen und militärischen Mitteln den Einfluss des jeweils anderen Lagers zurückzudrängen versuchten. Österreich bildete auf der Landkarte des Kalten Krieges eine tiefe Schneise in den Ostblock. Seit 1955 politisch und militärisch neutral, war das Land im „Herzen Europas“ mit über 1100 Kilometern gemeinsamer Grenze mit kommunistischen Nachbarstaaten ein Vorposten und „Schaufenster“ der westlichen Welt.

Aufgrund dieser geopolitischen Lage befand sich Österreich an der Schnittstelle der Ost-West-Konfrontation. Es war dadurch von den Krisen im Ostblock wie der Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes 1956 oder der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ 1968 unmittelbar betroffen. Sie begünstigte aber auch die Weiterentwicklung einer neutralen Politik im Kalten Krieg: als Eisbrecher und „Brückenbauer“ zwischen Ost und West und als internatioanle Begegnungsstätte. Österreich wurde im Kalten Krieg zudem zu einem der größten Tummelplätze für Geheimdienste.