Zur Programmlinie „Weltkriege“

Die beiden Weltkriege bildeten tiefgreifende Zäsuren in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der Erste Weltkrieg 1914–1918 hatte zum Niedergang vormaliger Imperien und damit zu einer politischen sowie gesellschaftlichen Neuordnung im mittel-, ost- und südosteuropäischen Raum geführt. So eng der Zweite Weltkrieg 1939–1945 mit den Folgen des Ersten Weltkrieges verbunden ist, so stark unterschied er sich in Radikalität, Totalität und im Vernichtungswillen, wurden doch in einem bis dahin unbekannten Ausmaß einzigartige Kriegs- und Menschheitsverbrechen verübt.

In einer übergreifenden Beforschung der beiden Weltkriege untersucht das Institut historische Zusammenhänge und Wechselwirkungen sowie Herrschaftsstrukturen und -praktiken politischer Systeme. Dies reicht über das Kriegsende 1945 hinaus: Als Folge des Zweiten Weltkrieges bestimmte die Konfrontation der Siegermächte im Ost-West-Konflikt jahrzehntelang weltweit die Außen- und Sicherheitspolitik. Während die geopolitische Nachkriegsordnung nach dem Ende des Kalten Krieges 1989/90 abgelöst wurde, reichen die gesellschaftlichen Folgen des Zweiten Weltkrieges bis in die heutige Zeit. In diese Richtung zielen zentrale Forschungsschwerpunkte des Instituts, wie der Fokus auf Kriegsgefangene, insbesondere österreichische Kriegsgefangene in der Sowjetunion, oder auch Untersuchungen zu Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in der „Ostmark“.